Immer wieder gibt es Menschen, die einfach nur die Nase voll haben von Deutschland. Und denn kommt der Entschluss – ich will Auswandern! Das ist völlig verständlich, aber solch ein Schritt muss gut überlegt sein. Wir geben Ihnen ein paar Tipps was alles beachtet werden muss.Wöchentlich gibt es im Fernsehen Berichte über Leute die es versucht haben – und man muss zugestehen – viele davon sind gescheitert, oder haben nicht das erreicht was sie sich erträumt haben.
Alleine und mit „reichlich“ Geld in der Tasche ist das erstmal kein Problem – die Probleme beginnen aber, wenn noch die Familie mit Kind(ern) mitkommt und kein richtiger Plan (und Geld) in der Schublade steckt.
Wer jetzt denken sollte – ach, das war ein toller Urlaub in Kroatien, ich wandere mal schnell aus und verkaufe Bratwürste am Strand – Pustekuchen….., das wird nix.
Kroatien ist momentan noch nicht in der EU, das ist die erste Hürde. Es gibt also zwei Möglichkeiten um offiziell in Kroatien arbeiten zu können. Die erste ist – man(n- Frau) heiratet einen kroatischen Staatsbürger.
Der zweite Weg ist, eine kroatische Firma zu gründen. Die d.o.o. ist ähnlich wie die GmbH in Deutschland, jedoch beträgt das Stammkapital nur etwa 3000.-€ . Dazu kommen noch Kosten für die Eintragung beim Gericht, dem Notar und andere Kleinigkeiten.
Unbedingt sollte darauf geachtet werden, dass so viele wie nur mögliche Tätigkeiten in die Papiere der d.o.o. eingetragen werden, z..B. Vermietung von Wohnungen und Booten, Verkauf von touristischen Bedarfsartikeln, Winterdienst
…usw. – also alles was Ihr vielleicht machen möchtet – sei es auch in noch so ferner Zukunft. Alle nachträglichen Änderung oder das Hinzufügen von weiteren Tätigkeiten kostet jedes Mal ca. 300.-€! ( Notar, Änderung beim Gericht…usw.)
Unbedingt nach einem deutschsprachigem Notar Ausschau halten. Es gibt auch einige „schwarze“ Schafe in der Brance – also nicht gleich allen vertrauen. Wenn Ihr zu Anfang schon hört „ NEMA PROBLEMA“ Achtung…..da müssen die Alarmglocken gleich klingeln….
Die deutsche Botschaft in Kroatien kann sicher Auskünfte und Adressen zu renommierten Notaren und Anwälten geben.
Bitte auch Vorsicht bei verlockenden Schnäppchen, was den Kauf von Immobilien oder Booten angeht. Informiert Euch vorher in Foren im Internet und erbittet Tipps und Hilfe bei Euren Fragen.
Alles in Allem sollte für die Eröffnung einer Firma ca. 5000.-€ eingeplant werden. Das ist der erste Schritt in diese Richtung…..und was kommt dann? Die „Firma“ muss ja auch etwas machen. Das muss aber auch etwas sein, womit man das ganze Jahr überleben kann. Wer in den Urlaub fährt, sieht meistens in den 2 oder 3 Wochen viele Leuten und denkt sich ….ohhh, das gibt es hier noch nicht (oder ich kann das besser) – ich habe jetzt eine super Geschäftsidee.
Mein Tipp: Fahrt bei solchen Ideen im Mai, Oktober und im Januar jeweils eine Woche nach Kroatien. Macht Euch denn ein Bild von der Situation. Wer Auswandern will sollte vorher dafür Investieren und sich alles in den „nicht Urlaubsmonaten“ anschauen. Es muss unbedingt eine Arbeit sein, mit der man das ganze Jahr in Kroatien überleben kann. Die Saison ist mit 2-3 Monaten sehr kurz und einen Winter gibt es hier auch! ( zwar nicht ganz so kalt aber mit “toter Hose”)
Sollte man danach immer noch von seinem Vorhaben überzeugt sein, ist man schon ein Schritt weiter in die richtigen Richtung gegangen. In diesen “Versuchsmonaten” ist auch genügend Zeit um sich mit der gesetzlichen Situation vertraut zu machen. Ich empfehle jedem, sich eine Person des Vertrauens in Kroatien zu suchen ( Freunde die man im Urlaub kennen gelernt hat, nette Vermieter…usw.) Diese denn an die Seite zu nehmen und so die Behördengänge absolvieren. Alleine ohne Sprachkenntnisse, oder nur mit englisch in der Tasche – unmöglich!
Vergesst aber auch nicht, dieser „Person“ seine aufgewendete Zeit zu vergüten.
Hier ein Beispiel aus eigener Erfahrung was ich erlebt habe: Ich wollte einen Grillwalker ( Grill mit dem man auf dem Bauch umherlaufen kann und mobil ist) aus Deutschland bestellen und diesen hier zum Einsatz bringen.
In Deutschland wird dazu ein „Reisegewerbe“ benötigt…hier gibt es so etwas nicht. In der Stadtverwaltung fand man die Idee ganz toll (ich übrigens auch – mittags an den Stränden Wurst anbieten, abends auf der Riva in Split).
Nach wälzen der Unterlagen sagte man uns in Split, dass es leider nicht so ein Gesetz wie in Deutschland gibt. Man sagte das dieses Gerät und diese Arbeit hier nicht eingeordnet werden kann.
Wir sollten einen Antrag auf Gesetzesänderung nach Zagreb schicken, zu 80 % würde dieser sicher befürwortet werden. So ein Änderungsantrag ist in Kroatien nichts ungewöhnliches, sagte man uns weiter, da es noch viele Lücken gäbe.
Gesagt getan – nach 5 Monaten und bestimmt 20 Anrufen bei dem zuständigen Bearbeiter wurde uns denn nur kurz und knapp mitgeteilt – nicht möglich - da es nicht den geltenden Gesetzen von Kroatien entspricht. Also ein „Herr“ hatte das zu entscheiden, obwohl das in Deutschland und weiteren EU Staaten möglich ist und auch alles eine CE und Tüv Bescheinigung hatte.
Ich will damit nur sagen, dass sich in Kroatien die Uhren „noch“ etwas anders drehen.
Ich möchte auch noch kurz erwähnen, das dass Lohnniveau in Kroatien bei weitem geringer als in Deutschland ist. Ein “normaler” Angestellter ( Friseur, Kellner…usw.) verdient hier im Durchschnitt ca. 400 – 500.-€ auf die Hand bei normalen Arbeitszeiten. Meistens wird bei kleinen und mittleren Betrieben nur der Grundlohn von etwa 390.-€ gezahlt ( um Lohnnebenkosten zu sparen) und denn gibt es noch etwas “obendrauf”.
Wer jetzt fragen sollte – was macht Ihr eigentlich….hier ist die Antwort. Wir betreiben ein Urlaubsportal, machen Luftbilder in ganz Kroatien und erstellen Webseiten und kümmern uns um die Optimierung.
Wer noch weitere Frage hat, ich bin gerne für Euch da.
Viele Grüße Heiko
PS: Zum Abschluss möchte ich Euch noch einen Tipp mitgeben…wer sich für Segeltoerns und Yachtcharter interessiert, schaut doch mal bei unserem Partner vorbei.
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Hallo Tino,,
zur Deinen Frage kann ich Dir mal einen Kontakt vermitteln:
http://kroatien-news.net/kontakt/
Dort schildere mal Deine Probleme und ich denke, dass Dir Soline (Paul) weiter helfen kann. ( Bestell einen Gruß von Heiko aus Split, denn weiß er Bescheid)
Ansonsten würde ich Dir raten…wenn Du einen Job in Deutschland hast…behalte den und sei glücklich! Viele Kroatien möchten gerne nach Deutschland, da es dort wesentlich mehr Geld für die Arbeit gibt. Die Saison geht hier nur max 3-4 Monate und danach sind die Saisonkräfte wieder arbeitslos. Hier wirst Du auch von niemanden unterstützt. Wenn Du 1 Jahr durchgearbeitet hast, bekommst Du nur 3 Monate Arbeitslosengeld mit 80% und danach nichts mehr.
Nur Deutschland kann sich den Luxus mit Harz 4 leisen! (oder eigentlich auch nicht)
Du brauchst hier unbedingt einen Job, wo Du das ganze Jahr über Geld mit verdienen kannst – mit Tourismus wird das leider nichts.
Frag mal Soline was er dazu sagt, aber ich denke, dass er die gleiche Meinung hat.
LG Heiko
Hallo Heiko,
Es ist in der Tat so, wie du es geschrieben hast. Der berufliche Einstieg ist in Kroatien nicht so leicht, weil im Moment nur etwa 5.000 Arbeitserlaubnisse an Ausländer vergeben werden. Diese werden nur an Spitzenmanager und Berufssportler vergeben.
Wie der deutsche Botschafter in Kroatien, Dr. Bernd Fischer am 19.10.2011 in der Stadt Krk sagte, wird sich diese Situation ab dem 1.7.2013 ändern, weil mit der Mitgliedschaft Kroatiens eine freie Niederlassungs- und Arbeitsmöglichkeit in Kroatien für EU-Ausländer besteht.
Aus diesem Grund ist allen Auswanderungswilligen nach Kroatien erst einmal zu empfehlen abzuwarten wie sich die Gesetzeslage entwickeln wird.
Im übrigen möchte ich mich auf diesem Wege noch einmal bei dir bedanken, dass du mir vor ein paar Jahren so schöne Fotos aus der Gegend von Tounj zur Verfügung gestellt hast.
VG von der Insel Krk
Hallo Soline,
na gerne doch…
Ich finde es auch schön, wenn die “Ausgewanderten” Kontakt zu einander pflegen und sich weiter helfen.
LG Heiko